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Forschungsresidenz

Seit 2016 vergibt die Schaubude Berlin jeweils im Sommer eine vierwöchige Forschungsresidenz zur Untersuchung der Effekte der digitalen Transformation. Das Programm richtet sich an künstlerische Teams von zwei bis vier Personen, unter denen mindestens eine Person professionell schwerpunktmäßig in der Darstellenden Kunst arbeiten und in bisherigen Arbeiten Puppen, Figuren, Objekte oder Animationsformen neuer Medien eingesetzt haben muss.

Die Schaubies, Forschungsresidenz 2020 zur Poesie von Algorithmen
das REBELL_boy, Forschungsresidenz 2017
Forschungsresidenz CLIPPY EMBODIED 2019, Foto: Silke Haueiss
2016: Augmented Stage

Die Residenz versteht sich als Forschungslabor. Wir stellen Räumlichkeiten, Technik, Gästewohnung und ein Mentoring zur Verfügung. Das Research-Vorhaben muss nicht Bestandteil einer geplanten Produktion sein und verpflichtet nicht zu einer Premiere. Vielmehr ist es Ziel der Residenz, der Gruppe einen Ort zu bieten, um an künstlerischen Ideen zu forschen, neue Formen auszuprobieren und Möglichkeiten neuer Kollaborationen zu entwickeln.

Die Schaubude-Forschungsresidenz 2021 findet vom 12. Juli bis 8. August statt.

In dem Forschungsvorhaben beschäftigt sich das Residenz-Team aus Hamburg und Halle/Saale - Virtual Reality Experience Designerin Lena Biresch, Puppenspieler und Creative Coder Nico Parisius sowie 3D-Animateur Tore Nobiling - mit der performativen Bedeutung von Avataren und lotet die Chancen und Grenzen ihrer Nutzung in der virtuellen Realität aus. Als Mentorin konnte Stefanie Rinke gewonnen werden.

Platzhalterbild: Lars Plougmann, (Quelle: flickr, Creative Commons-Lizenz CC BY-SA 2.0)

Theoretischer Background

Zentral für das Projekt ist das Konzept der »homunkulären Flexibilität« von Jaron Lanier et al., bei der es um die Erweiterbar- und Veränderlichkeit des Homunkulus geht - so wird die im Neurokortex des Gehirns verortete Kartierung der vom Körper erlebten Bewegungen und Empfindungen bezeichnet. Wenn zum Beispiel eine Gliedmaße verletzt oder amputiert wird, verschieben sich die korrespondierenden Regionen im Homunkulus auf andere Körperteile. Diese Flexibilität ist eine Voraussetzung, sich in der VR überhaupt mit dem Körper eines Avatars zu identifizieren.

Die Erforschung dieser Prozesse verbindet Erkenntnisse aus der Psychologie, der Neurowissenschaft, der Philosophie und der Informatik und beruht auf der These, dass der Homunkulus Körper adaptieren kann, die sich von der typisch menschlichen Form erheblich unterscheiden. Da es in der VR keine absolute Trennung zwischen Avatar und Welt gibt, kommt der Gestalt, die man annimmt, eine große Bedeutung zu.

Hinzu kommt die Annahme einer Empathiesteigerung: Wenn man sich wie ein Fisch durch Wasser bewegt, kann man dann nicht auch mehr wie ein Fisch denken? So kann die Verwendung sonderbarer Avatare bisher ungenutze Bereiche des Gehirns wecken, die eng mit dem Körper verknüpft sind. Damit wird VR ein Instrumentarium zur Erkundung der homunkulären Flexibilität und bietet die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Gehirn und dem übrigen Körper besser zu verstehen (vgl. Lanier, 2018).

Das Projekt

Die Forschungsergebnisse von Lanier et al. sollen mit den heutigen technischen Mitteln erkundet und in der interdisziplinären Umsetzung erlebbar gemacht werden. Auf welche möglichen Avatare (z. B. nichtmenschlich, multipel oder aus der Umgebung bestehend) kann sich das menschliche Gehirn einstellen?

Lena Biresch wird die Programmierung der Steuerung der Avatare in Angriff nehmen, Tore Nobiling an ihrer dreidimensionalen Gestalt basteln und Nico Parisius bringt für die Bewegungsabläufe sein Know-how aus der Puppenspielkunst ein.

Wir sind gespannt!

Was passiert, wenn wir die Wahrnehmungsmöglichkeiten eines Computers ernstnehmen? Welche neue Welten kann ein Algorithmus erzeugen? Was für Gedichte kann er hervorbringen und was haben wir eigentlich von alldem?

Um diese und weitere Fragen zu erforschen, verglich das Künstler*innen-Team Friederike Schmidt-Colinet, Robert Läßig, Li Lorian und Carlos Franke Inszenierungspraktiken im Objekttheater mit Bilderkennungsmechanismen. Sie hoffen dabei nicht nur Neues über Algorithmen zu lernen, sondern auch neue Erkenntnisse und Vorgehensweisen für das Objekttheater zu gewinnen.

Blog-Dokumentation des Residenz-Teams


Die Forschungsresidenz 2020 wurde realisiert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Developed during the Schaubude residency 2019, this research project by Dohi Moon and Bjoern Erlach aimed at exploring how Human Computer Interaction design (HCI) can go wrong when engineers try to make machines more relatable to humans.

Building a robot lamp

With “Clippy Embodied” the artists wanted to bring a Clippy into an old fashioned office space and give it control over its environment.

Blog Residency Team

In collaboration with Heinrich-Böll-Stiftung
Funded by THEATERPREIS DES BUNDES

Alina Weber and Sven Björn Popp (virtuellestheater, Berlin) + Kathia von Roth and Torben Spieker (Spieleberatung, Hamburg)

Mentor: Christian Heller/plomlompom

»Taking Pepe as an example, we’ll ask ourself and the holy internet how Memes as virtual objects are bearing history, emotions and perceived realities« (Kathia von Roth)

Interview mit dem Forschungsteam

Wikipedia-Info zum Internet-Phänomen Pepe, der Frosch

Mit: Larissa Jenne, Salomé Klein, Alexander Hector
Mentor: Helge-Björn Meyer

das REBELL_boy, 2017
»REBELL_boy is a spiky character; he gets worked up. We’ve drawn him out and now that he’s here, we want to get under his skin and find out what he looks like inside.«

Blog-Dokumentation, Trailer:

Mit: Daniel Huber, Alessandro Maggioni und Tinka Legvart
Mentorin: Sandy Schwermer

Blog-Dokumentation

Videos und weitere Eindrücke des Augmented-Stage-Experiments LUDWIG, ein Mix aus Sensoren, weichen Materialien und Improvisation, sind auf dem Blog des Residenzteams BADABOOMBERLIN zu sehen.

Die Schaubude ist Mitunterzeichnerin eines Positionspapiers der AG Berliner Kinder- und Jugendtheater an die Politik, das Forderungen für die kommende Legislaturperiode beinhaltet. Was ist nötig, damit nicht eine ganze Generation abgehängt wird? …
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Frei produzierende Künstler innen und Gruppen sind durch die Covid-19-Pandemie und die Einschränkungen im kulturellen Sektor existenziell betroffen. Für das vom Bund finanzierte Förderprogramm #TakeCareResidenzen hat das Netzwerk flausen+ mit dem …
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Spielplan

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